§ 1. Der zarte Bau des menschlichen Körpers macht es unvermeidlich, daß oft durch störende Einflüße von Außen, durch schlechte Nahrung, durch Mangel oder Ueberfluß derselben, durch eine besondere, ungünstige Beschaffenheit des Körpers und durch andere meist unvorhergesehene Umstände Krankheiten entstehen, durch welche der ganze Organismus oder einzelne Theile desselben in ihren Verrichtungen gestört, und nicht selten auch das Leben mit Gefahr bedrohet wird. Gegen diese Uebel findet der Mensch in den mit verschiedenen Kräften oder Wirkungen versehenen Producten der Natur – die ausserdem alle seine Bedürfnisse befriedigen – diejenigen Mittel, die seine Schmerzen lindern, Krankheiten heilen, und die verlorene Gesundheit meistens wieder herstellen. Diese Krankheiten zu erkennen, und die gehörigen Mittel dagegen anzuwenden, macht die, schon in frühern Zeiten zu dem Range einer Wissenschaft emporgeschwungene Arnzey- oder Heilkunde aus.

So beginnt der 1. Band PHARMACIE aus dem Jahre 1832 – Verfasser Martin Ehrmann. Zusätzlich waren Handbücher der pharmazeutischen Waren- und Präperatenkunde (1826-1845), das Lehrbuch der Physik für Pharmazeuten (1832) und das Handbuch der Pharmakokgnosie die wissenschaftlichen Hauptwerke von Martin Ehrmann. Er war Herausgeber verschiedener pharmazeutischer Zeitschriften und regelmäßiger Publikationen wie Das Neueste und Wissenswertheste aus dem ganzen Umfang der Pharmacie und ihrer Grundwissenschaften. 1861 war Ehrmann maßgeblich an der Gründung des „Allgemeinen österreichischen Apothekervereins“ beteiligt. Geboren am 6.11. 1795 in Brünn lernte er in Friedek (Österreichisch-Schlesien) den Beruf des Apothekers und studierte danach von 1824 – 1836 pharmazeutische Warenkunde und Pharmazie an der Wiener Universität. Danach unterrichtete auch an der Universität in Olmütz, wo er Professor für Chemie, Physik und Botanik war.

Die Originalbücher-Bücher liegen heute in der Apotheke Wien zur Einsicht auf und werden von Mag. pharm. Alexander Ehrmann sorgfälgtig behütet. Sie sind Zeitzeuge für die frühen Phase der europäischen Heilkunst. Aber auch Inspiration für die Philosophie und Produkte von Saint Charles. „Schon als kleiner Bub half ich meinem Vater, der ein Pionier der neuen Zugänge zum Apothekersein ist, bei der Herstellung hauseigener Spezialitäten mit. Das hat mein Gefühlt bekräftigt diese Tradition weiter fortzuführen. Dadurch und durch den intensiven und direkten Umgang mit den Menschen hat der Beruf des Apothekers schon immer unglaublich spannende Facetten“, so Alexander Ehrmann. Denn die Produktion von eigenen natürlichen Heilmittel zieht sich durch die Familiengeschichte, was heute mehr denn je Gültigkeit hat. Gerade die Kombination mit modernen Erkenntnissen und die Besinnung auf lokale, biologische Ressourcen ist für Saint Charles heute wichtiger denn je.