Was ist der Vagusnerv? Funktion, ruhige Atmung und Rituale für mehr Ruhe im Alltag

Was ist der Vagusnerv? Funktion, ruhige Atmung und Rituale für mehr Ruhe im Alltag

Nach einem langen Tag ist der Körper oft noch im Tun, auch wenn der Kopf längst Feierabend hat. Der Vagusnerv ist an vielen automatischen Körperprozessen beteiligt, die mit Ruhe, Verdauung und Erholung verbunden sind. Hier erfährst du, was dahintersteckt und welche kleinen Übungen und Rituale dich in einen ruhigeren Moment begleiten können.

Was ist der Vagusnerv?

Der Vagusnerv, auch Nervus vagus oder zehnter Hirnnerv genannt, ist der längste Hirnnerv des Körpers. Er verläuft vom Hirnstamm durch den Hals und den Brustraum bis in den Bauchraum. Dabei übermittelt er Signale zwischen dem Gehirn und verschiedenen inneren Organen, darunter Herz, Lunge und Verdauungstrakt.

Sein Name kommt vom lateinischen vagus und bedeutet „umherschweifend". Der Vagusnerv ist an verschiedenen sensorischen, motorischen und parasympathischen Funktionen beteiligt.

Welche Funktion hat der Vagusnerv? Vagusnerv und Parasympathikus

Unser vegetatives Nervensystem steuert viele Vorgänge, die automatisch ablaufen. Sympathikus und Parasympathikus werden dabei oft als Gegenspieler beschrieben: Der Sympathikus unterstützt Aktivität und Aufmerksamkeit, während der Parasympathikus an Ruhe, Verdauung und Erholung beteiligt ist.

Der Vagusnerv ist ein besonders wichtiger Bestandteil des Parasympathikus. Er ist unter anderem an der Regulation von Herz, Atmung und Verdauung beteiligt.

Im Alltag zwischen Terminen, Nachrichten und Dauererreichbarkeit bleibt dieser Teil oft im Hintergrund. Genau deshalb sprechen wir bei Saint Charles von Regeneration als bewusstem Raum, den man sich nimmt.

Warum kann bewusstes Atmen beruhigen?

Der Atem ist einer der wenigen automatischen Vorgänge, die wir bewusst beeinflussen können. Viele Menschen empfinden eine langsame, ruhige Atmung mit etwas längerem Ausatmen als angenehm. Langsames Atmen kann die autonome Regulation beeinflussen und dabei helfen, die Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper zu lenken. Du musst dafür nichts zählen und auch nicht besonders tief einatmen. Lass den Atem sanft fließen. Wenn es sich angenehm anfühlt, kannst du die Ausatmung etwas länger werden lassen als die Einatmung.

Vagusnerv: Fünf Übungen und Rituale für mehr Ruhe im Alltag

  • Ruhig ausatmen. Nimm drei entspannte Atemzüge und lass die Ausatmung jeweils sanft etwas länger werden. Am Fenster, am Schreibtisch oder im Stehen.
  • Summen oder leise singen. Der Vagusnerv verläuft auch am Kehlkopf vorbei. Der Klang kann die Aufmerksamkeit auf den Atem und den eigenen Körper lenken. Viele Menschen erleben ihn als angenehm und beruhigend.
  • Langsam essen. Eine Mahlzeit ohne Bildschirm und mit kleinen Pausen zwischen den Bissen kann einen bewussteren Übergang in die Ruhe schaffen.
  • Raus in die Natur. Ein Spaziergang ohne festes Ziel bietet Gelegenheit, Abstand vom Bildschirm und vom Alltagstempo zu gewinnen. Ein persönliches Ritual schaffen. Eine wiederkehrende Abfolge, gedämpftes Licht und ein vertrauter Duft können einen bewussten Übergang markieren. Wiederholung schafft Orientierung und macht es leichter, innezuhalten.

Mehr davon findest du in unserer Welt: Entspannung & Rituale


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