Das „Schlafhormon“ Melatonin – Hilft es beim Einschlafen?

Das „Schlafhormon“ Melatonin – Hilft es beim Einschlafen?

Das Hormon Melatonin steuert den Tag-Nacht-Rhythmus und wird im Körper aus dem Nervenbotenstoff Serotonin gebildet. Die Einnahme von Melatonin dient der kurzzeitigen Behandlung einer primären, durch schlechte Schlafqualität gekennzeichneten Schlafstörung (Insomnie). In den letzten Jahren hat sich Melatonin vor allem in den USA einen Namen als Wundermittel gemacht und ist auch als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln oder Tropfen erhältlich. Aber hilft Melatonin wirklich beim Einschlafen? Wir klären alle wichtigen Fragen. 

Wie wird Melatonin gebildet?

Wie viel von dem Hormon ausgeschüttet wird, hängt vom Auge ab. Fällt Tageslicht auf die Netzhaut, so wird die Melatoninbildung gehemmt. Bei Dunkelheit wird die Ausschüttung hingegen angeregt.

Das freigesetzte Hormon kann an bestimmten Bindungsstellen, etwa an den Blutgefäßen im Gehirn und einigen Zellen des Immunsystems, andocken und beeinflusst damit diverse körperliche Prozesse. So wird dem Körper bei Dunkelheit klar gemacht, dass es nun Zeit zum Ruhen ist und beispielsweise signalisiert, dass der Energieverbrauch heruntergesetzt und der Blutdruck gesenkt werden muss. Außerdem senkt das Hormon die Körpertemperatur, kurbelt das Immunsystem an, beeinflusst die Ausschüttung von Sexualhormonen sowie das Lernen und das Gedächtnis. Tagsüber ist der Melatoninspiegel etwa drei- bis zwölfmal niedriger als nachts.

Warum hat man einen Mangel an Melatonin?

Ein niedriger Melatoninspiegel im Blut kann verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel lange Tageslichtphasen im Sommer, Serotoninmangel, die Einnahme bestimmter Medikamente oder koffeinhaltiger Getränke wie Kaffee und Energydrinks, Alkohol- und Tabakkonsum, intensiver Sport am Abend und dauerhafter Stress. Zudem beeinflusst das Alter die Bildung des Hormons. Je älter man wird, desto geringer die Melatonin-Produktion.

Im Gegensatz dazu kann ein zu hoher Melatoninspiegel im Blut durch lange Dunkelphasen wie im Winter, bestimmte Antidepressiva oder eine Leberfunktionsstörung, bedingt sein. Eine Einnahme von Melatonin bei Winterdepressionen kann sich aus diesem Grund negativ auswirken.

Ist Melatonin gefährlich?

Kurzzeitig – also über einen Zeitraum von maximal zwei bis drei Monaten – weist Melatonin eher geringe Nebenwirkungen auf. Eine langfristige Einnahme von Melatonin ist jedoch umstritten, da noch nicht klar ist, welche Auswirkung die dauerhafte Hormonzufuhr auf den Körper hat. Unabhängig davon, können Melatonin-Tabletten bei einer zu hohen Dosis oder einer falschen Einnahmezeit, zu Störungen des Wach-Schlaf-Rhythmus führen. Wer etwa das Medikament mitten in der Nacht einnimmt, spürt die schlaffördernde Wirkung eventuell noch am darauffolgenden Vormittag.

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sowie bei schweren Allergien sollte aus Sicherheitsgründen auf die Einnahme von Melatonin verzichtet werden.

Kann man Melatonin täglich nehmen?

Die empfohlene Dosis von Melatonin beträgt 2 mg einmal täglich. Die Einnahme sollte ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen und nach der letzten Mahlzeit erfolgen. Ebenso wichtig ist, dass die Einnahme immer zum selben Zeitpunkt erfolgen sollte, um den Tag-Nacht-Rhythmus wieder richtig einzustellen. Melatonin sollte nicht zusammen eingenommen werden mit Alkohol, da dieser die Wirkung von Melatonin auf den Schlaf herabsetzt.

Kann man Melatonin in der Apotheke kaufen?

Inzwischen sind Nahrungsergänzungsmittel mit dem Wirkstoff Melatonin in verschiedenen Dosen frei in Apotheken erhältlich. Mittel, welche die empfohlene Dosis von 2 mg übersteigen, sollten jedoch nicht ohne vorherige Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. 

Hilft Melatonin beim Einschlafen?

Die Wirkung von Melatonin auf die Schlafqualität ist bislang nur unzureichend erforscht. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen zeigt die Einnahme von Melatonin keine Wirkung, insbesondere bei jüngeren Menschen wird der Großteil des Wirkstoffes direkt wieder über die Leber abgebaut. Insgesamt gilt Melatonin als Schlafmittel somit eher wenig geeignet und wird nicht grundsätzlich zur Therapie von Schlafstörungen empfohlen.

Tipp: Wenn Sie unter Schlafstörungen leiden, sollten Sie darauf achten, in einem stark abgedunkelten Raum zu schlafen, damit möglichst lange Melatonin ausgeschüttet werden kann. 

Dass Melatonin im Körper eine antioxidative Wirkung hat, gilt jedoch im Gegensatz zur These, dass es beim Einschlafen hilft, als wissenschaftlich gesichert: Das Hormon fängt freie Radikale, welche die Zellen schädigen ab und zerstört diese.

Sollten Sie weitere Fragen zu Melatonin haben oder unter Schlafstörungen leiden, dann zögern Sie nicht unsere Pharmazeuten der Saint Charles Apotheke Wien, Berlin oder Ihren Arzt zu kontaktieren.

 


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