Das Feuer aus dem Magen ist nicht nur ein unangenehmes Übel, es kann auch viel Schaden anrichten. Allein in Deutschland schluckt jeder Achte sogenannte Säureblocker, um das Problem in den Griff zu bekommen. Experten sehen die flächendeckende „Entsäuerung“ mittlerweile kritisch. Denn letztere birgt nicht nur große Risiken, sondern lässt auch die Ursachen des Sodbrennens unberücksichtigt.

Aus unserem Magen ergießen sich täglich 2–3 Liter Verdauungssaft. In erster Linie handelt es sich um starke Salzsäure, die eiweißspaltende Enzyme aktiviert, Nahrung direkt aufspaltet und schädliche Bakterien und Allergene aus dem Verkehr zieht.

Fließt dieser saure Magensaft fälschlicherweise in Richtung Speiseröhre, nennt man das Sodbrennen – in der Fachsprache Reflux. Unangenehme Folgen sind brennende Schmerzen und saures Aufstoßen. Jeder Mensch leidet ab und zu an Sodbrennen. Verantwortlich ist zu schweres Essen, zu viel Süßes, oft noch in Kombination mit Kaffee, oder ein Glas Wein zu viel. Wird das brennende Geschehen jedoch chronisch, können mitunter gefährliche Entzündungen entstehen.

Säureblocker nur kurzfristig einsetzen!

Säureblocker, wie Omeprazol oder Pantoprazol wirken schnell und sind in ihrer Wirkung relativ zuverlässig, doch ungefährlich sind diese Säureblocker nicht. Aufgrund der verminderten Calciumbilanz leiden insbesondere ältere Patienten überdurchschnittlich oft an Knochenbrüchen. Hinzu kommt, dass der Mensch mit dem älter werden deutlich weniger Magensäure produziert. Auch die Vitamin B12 Versorgung ist bei längerem Gebrauch unzureichend und zieht eine Fülle an Beschwerden nach sich.

Ein 50 jähriger produziert ungefähr halb so viel Magensäure wie ein 25 jähriger und ein 70 jähriger gerade noch ein Drittel der Menge. So gesehen müssten eher junge Menschen unter Sodbrennen leiden. Fakt ist, dass vermehrt Menschen jenseits der 50 unter Refluxbeschwerden leiden.

Sodbrennen durch zu wenig Magensäure

Was ist also die Ursache dieses Phänomens? Dazu der US Mediziner Jonathan Wright: „Refluxerkrankungen sind öfter das Resultat eines Mangels als eines Überschusses an Magensäure“. Auf den ersten Blick klingt dies paradox, da sich Sodbrennen bekanntermaßen recht sauer und ätzend anfühlt. Auf den 2. Blick ist es jedoch logisch. Denn das saure Gefühl in Speise- und Rachenraum heißt nicht automatisch, dass zu viel Säure im Magen ist, sondern eigentlich nur, dass sie am falschen Ort ist. Hauptverantwortlich dafür ist der untere Speiseröhrenverschluss (Sphinkter), der beim Schlucken die Nahrung in den Magen passieren lässt. Mit zunehmendem Alter kann es sein, dass dieser Verschluss immer weniger Spannung aufbauen kann. Auch Nahrungsmittelallergien, Alkohol und Nikotin können ihn zum Erschlaffen bringen. Oder, wie nun vermutet wird, ein zu niedriger Säurespiegel. Wenn der pH Wert im Magen zu hoch ist – also nur wenig Säure vorhanden ist – erhält der kleine Muskelring keine entsprechenden Signale mehr. Heilkräuter wie Beifuß, Kamille, Pfeffer- minze, Süßholz oder Schafgarbe regen die Produktion der Verdauungssäfte an und wirken entzündungshemmend. Doch Vorsicht: Bitterstoffe sollten bei Magen- und Dünndarmgeschwüren oder starken Reizungen der Magenschleimhaut nicht eingesetzt werden. Hier sind Heilerde oder Leinsamen gut und hilfreich.

Grundsätzlich gilt: Kleine Mahlzeiten verzehren – nach Möglichkeit bis 19 Uhr und abends weniger Fette. Auch Schokolade, Pfefferminze und Alkohol sollten weitesgehend von der abendlichen Liste gestrichen werden. Wenn Sie das Rauchen einstellen, verdoppelt sich die Chance auf einen Rückgang der Refluxsymptome. Bei nervösem, stressbedingtem Reizmagen empfehlen wir ein aus Frischpflanzenextrakten in der SAINT CHARLES Apotheke hergestelltes Magenelixier aus Süßholzwurzel, Melissenblättern und Passionsblume.

Mehr zum Thema „ Naturheilkundliches bei Magen- und Verdauungsbeschwerden“ erfahren Sie am 14. November 2017, 19:30 Uhr bei unserem Vortrag des Ganzheitsmediziners Christian W. Engelbert in der Saint Charles Apotheke Berlin.

Melden Sie sich am besten gleich an, Telefon 030 887 25 300, Mail: berlin@saint.info oder in der Apotheke.