Im ersten Teil dieser Serie haben wir im Artikel Natürlicher Sonnenschutz über die Heilkraft der Sonne und dem richtigen Sonnenbaden mit dem richtigen Schutz berichtet. In diesem Artikel möchten wir besonders auf den für den Sonnenschutz wichtigen Begriff des Lichtschutzfaktor (LSF) und auf den Unterschied zwischen chemischer und mineralischer Lichtschutzmittel eingehen.

Was sind LSF

Sonnenlicht besteht aus Strahlen unterschiedlicher Wellenlänge. Die Hitze, die wir spüren, stammt von den Infrarotstrahlen. Das Licht, das uns gute Laune bringt, kommt natürlich von den sichtbaren Strahlen, die aus allen Farben des Regenbogens bestehen. Die Ultraviolettstrahlen sind die Strahlen, mit denen wir uns hier beschäftigen. UV-A Strahlen lassen dabei die Haut altern, UV-B verbrennen die Haut und UV-C werden bereits in der Atmosphäre gefiltert.

Lichtschutzfaktoren (LSF) schützen uns vor diesen Strahlen. Die Dauer des Schutzes hängt vom Hauttyp und von der Stärke der Sonne ab. Generell kann derjenige, der LSF verwendet, länger in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Dabei ist nicht vergessen, dass Schwitzen oder auch der Badespaß die Wirkung des LSF verringert. Und natürlich hängt der LSF auch von der verwendeten Menge ab. Dass man mittags die Sonne eher meiden sollten, haben wir im Beitrag Natürlicher Sonnenschutz Teil 1 bereits beschrieben.

Der LSF gibt an, wie viel länger man sich der Sonne aussetzen sollte, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als dies mit der persönlichen, ungeschützten Eigenschutzzeit möglich ist. Die Eigenschutzzeit definiert die mögliche Zeit in der Sonne ohne zusätzlichen Sonnenschutz, ohne die Haut zu röten, und hängt von mehreren persönlichen Faktoren ab.

Je nach Hauttyp beträgt die Eigenschutzzeit zwischen drei Minuten für sehr helle Haut und vierzig Minuten für die mediterrane bräunliche Haut. Sie wird standardisiert bei UV-Index 8 (Mittagssonne im Sommer in Mitteleuropa). Bei höherem UV-Index (Hochgebirge, Mittelmeer, Tropen) und bei reflektierender Umgebung (Wasser, Schnee, Sand) ist die Eigenschutzzeit deutlich niedriger. Bei vorgebräunter Haut ist die Eigenschutzzeit höher, was nicht für die Anwendung von Selbstbräunern oder Solariumbräune gilt.

Berechnung des persönlichen Lichtschutzfaktors (LSF)

Bei der Berechnung des persönlichen Sonnenbad-Vergnügens multipliziert man einfach die Eigenschutzzeit mal dem Lichtschutzfaktor, unter Berücksichtigung des UV-Index. Bei einem UV-Index 8 (Mittagssonne im Sommer in Mitteleuropa) kann man bei sehr heller Haut und einem LSF50 daher rund 2,5 Stunden die Sonne genießen (3 Minuten mal 50 = 150 Min.). Sicherheitshalber sollte diese Zeit jedoch nur zu zwei Dritteln ausgenutzt werden. Weiters reduziert natürlich der Badespaß ebenso die Zeit. Für die Einteilung zum richtigen Hauttypen haben wir am Ende des Artikels eine entsprechende Definition eingefügt.

Chemische versus mineralische Lichtschutzmittel

Die meisten chemischen Lichtschutzmittel enthalten UV-A-und UV-B-Blocker. Am häufigsten verwendet werden Avobenzon, Benzophenon, Ethylhexyl oder Methoxycinnamat. Viele dieser Verbindungen sind selbst starke Erreger von freien Radikalen. Wenn sie mit UV-Licht in Kontakt kommen, werden sie aufgespalten. Sie erzeugen freie Radikale, die die Fette, Proteine und die DNA von Zellen beschädigen können und mit vorzeitiger Hautalterung und Krebs in Verbindung gebracht werden.

Chemische Lichtschutzmittel können vor Sonnenbrand schützen. Sie schützen jedoch nicht unbedingt vor Basalzellkrebs (heller Hautkrebs). Jüngsten Studien zufolge haben sich die Zahl der Melanome bei Männern, die regelmäßig Sonnenschutzmittel verwenden, und die Häufigkeit von Basalzellkrebs-Erkrankungen bei Frauen erhöht.

Deshalb empfehlen wir Sonnenpflege, die vollständig frei von synthetischen Inhaltsstoffen, chemischen Lichtschutzfiltern und Nanopartikeln ist. Guter und natürlicher Sonnenschutz besteht aus einer wirksamen Kombination von Pflanzen und Mineralien wie Zinkoxid und Titanoxid. Er legt sich auf die Oberfläche der Haut, um die Sonnenstrahlen von dort aus zu reflektieren, ohne weiße Rückstände auf der Haut zu hinterlassen. Er schützt die Haut, ohne sie zu reizen und nähren sie im besten Fall noch mit pflanzlichen Wirkstoffen und Feuchtigkeit wie beispielsweise mit Aloe Vera. Damit ist er auch für Babys und Kinder gut geeignet.

Eine große Auswahl, vor allem mineralischer Sonnenschutzmittel, bieten wir in unserem Naturkosmetik-Angebot der Apotheke & Cosmothecary Wien und Berlin und in unserem Onlineshop.

Faktenbox chemisch versus mineralisch

Chemisch

Chemische UV-Filter dringen in die äußere Schicht der Oberhaut ein. Nach einer Aktivierungsphase von ca. 30 Minuten beginnen sie mittels chemischer Reaktion, die UV-Strahlen in der Haut in andere Energieformen umzuwandeln.

Vorteile

  • Lässt sich leicht auf der Haut verteilen und zieht schnell ein
  • Höhere Lichtschutzfaktoren als bei mineralischen Filtern möglich

Nachteile

  • Schützt erst nach ca. 30 Minuten
  • Geringe Haltbarkeit von nur wenigen Monaten
  • Kann hormonähnlich wirken und allergische Reaktionen hervorrufen

Mineralisch

Mineralische UV-Filter bestehen aus natürlichen, weißen Farbpigmenten, meistens Titandioxid und Zinkoxid. Diese legen sich auf die Hautoberfläche wie viele kleine Spiegel und beginnen sofort damit, das Sonnenlicht zu reflektieren.

Vorteile

  • Schützt sofort nach dem Auftragen, ohne Wartezeit
  • Sehr gute Verträglichkeit

Nachteile

  • Schwerer auf der Haut zu verteilen
  • Hinterlässt einen feinen weißlichen Film auf der Haut
  • Auf Produkte ohne gesundheitlich bedenkliche Nanopartikel achten

Hauttypen

(nach Fitzpatrick – Quelle: Wikipedia)

Keltischer Typ (Typ I)

  • Merkmale
    • sehr helle Hautfarbe
    • rötliches oder hellblondes Haar
    • blaue, grüne oder hellgraue Augen
    • Sommersprossen
    • sehr helle Brustwarzen
    • wird nicht braun, sondern bekommt Sommersprossen
    • sehr häufig Sonnenbrand
    • sehr hohes Hautkrebsrisiko
  • Eigenschutzzeit
    • <10 Minuten
  • Empfohlene Sonnenschutzmaßnahmen
    • Schatten vorziehen, besonders über Mittag
    • Hut mit Nackenschutz
    • Arme und Oberkörper geeignet bekleiden
    • Sonnenbrille mit UV Schutz
    • Nase, Ohren und Lippen besonders schützen
  • Empfohlener Lichtschutzfaktor
    • UV-Index 3-4: 15
    • UV-Index 9+: 25-35

Nordischer Typ (Typ II)

  • Merkmale
    • helle Hautfarbe
    • blonde, hellbraune oder dunkelbraune Haare
    • blaue, graue oder grüne Augen
    • oft Sommersprossen
    • mäßig pigmentierte Brustwarzen
    • langsame, minimale Bräunung
    • häufig Sonnenbrand,
    • hohes Hautkrebsrisiko
  • Eigenschutzzeit
    • 10 – 20 Minuten
  • Empfohlene Sonnenschutzmaßnahmen
    • Schatten vorziehen, besonders über Mittag
    • Hut mit Nackenschutz
    • Arme und Oberkörper geeignet bekleiden
    • Sonnenbrille mit UV Schutz
    • Nase, Ohren und Lippen besonders schützen
  • Empfohlener Lichtschutzfaktor
    • UV-Index 3-4: 10-15
    • UV-Index 9+: 20-25

Mischtyp (Typ III)

  • Merkmale
    • mittlere Hautfarbe
    • dunkelbraunes oder hellbraunes, dunkelblondes Haar, manchmal auch blondes oder schwarzes Haar
    • braune, blaue, grüne oder graue Augen
    • kaum Sommersprossen
    • mäßig braune Brustwarzen.
    • langsame, aber fortschreitende Bräunung bis hellbraun
    • manchmal Sonnenbrand, es besteht die Gefahr auf Hautkrebs
  • Eigenschutzzeit
    • 20 – 30 Minuten
  • Empfohlene Sonnenschutzmaßnahmen
    • Sonne über Mittag meiden
    • Kopfbedeckung und Sonnenbrille
    • Lippen und Nacken besonders schützen
  • Empfohlener Lichtschutzfaktor
    • UV-Index 3-4: 10-15
    • UV-Index 9+: 15-20

Mediterraner Typ (Typ IV)

  • Merkmale
    • bräunliche oder olivfarbene Haut auch in ungebräuntem Zustand
    • braune Augen
    • braunes oder schwarzes Haar
    • keine Sommersprossen
    • dunkle Brustwarzen.
    • schnelle Bräunung bis mittelbraun
    • selten Sonnenbrand
    • es besteht ein niedriges Hautkrebsrisiko
  • Eigenschutzzeit
    • >30 Minuten
  • Empfohlene Sonnenschutzmaßnahmen
    • Kopfbedeckung und Sonnenbrille
    • In den Bergen und am Meer Nase, Lippen und Nacken besonders schützen
  • Empfohlener Lichtschutzfaktor
    • UV-Index 3-4: 10
    • UV-Index 9+: 15

Dunkle Hauttypen (Typ V)

Vorwiegend Menschen aus Arabien, Nordafrika, dunkle Asiaten

  • Merkmale
    • dunkle bis hellbraune Haut auch in ungebräuntem Zustand, oft ein grauer Unterton
    • braune Augen
    • Schwarzes Haar
    • keine Sommersprossen
    • schnelle Bräunung bis dunkelbraun
    • kaum Sonnenbrand
    • sehr niedriges Hautkrebsrisiko, trotzdem ist Vorsicht geboten
  • Eigenschutzzeit
    • >90 Minuten
  • Empfohlene Sonnenschutzmaßnahmen
    • Kopfbedeckung und Sonnenbrille
    • In den Bergen und am Meer Nase, Lippen und Nacken besonders schützen
  • Empfohlener Lichtschutzfaktor
    • UV-Index 3-4: 4
    • UV-Index 9+: 8

Schwarze Hauttypen (Typ VI)

Vorwiegend Menschen aus Subsahara-Afrika, Indien und Australien

  • Merkmale
    • dunkelbraune bis schwarze Haut auch in ungebräuntem Zustand
    • braune Augen
    • schwarzes Haar
    • keine Sommersprossen
    • praktisch nie Sonnenbrand
    • fast gar kein Hautkrebsrisiko
  • Eigenschutzzeit
    • >90 Minuten
  • Empfohlene Sonnenschutzmaßnahmen
    • Kopfbedeckung und Sonnenbrille
    • In den Bergen und am Meer Nase, Lippen und Nacken besonders schützen
  • Empfohlener Lichtschutzfaktor
    • UV-Index 3-4: 2
    • UV-Index 9+: 4