Keine Angst vor der Sonne: Alles für eine gesunde Sonnenbadekultur.

Wenn die ersten Sonnenstrahlen nach einer längeren trüben Wetterphase durch die Wolken blinzeln, dann geht uns „das Herz auf “. Unsere Laune hebt sich augenblicklich und wir genießen die helle, wärmende Energie der Sonne. Nur durch die Kraft der Sonne konnte auf unserer Erde überhaupt Leben entstehen. Heute sehen wir das als gegeben an – den alten Hochkulturen war es noch göttliche Verehrung wert. Schließlich bestimmte die Sonne das tägliche Leben unserer frühen Vorfahren. Jetzt, im digitalen Zeitalter, ist uns dieser direkte Zusammenhang kaum mehr bewusst. Mehr noch: In den letzten 100 Jahren haben wir beinahe verlernt, richtig mit dem lebensspendenden Geschenk der Sonne umzugehen.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde rund um Nutzen und Schaden der Sonnenstrahlung für unsere Gesundheit intensiv geforscht. Viele Theorien haben sich später als falsch erwiesen – die Meinungen reichten dabei vom Allheilmittel bis zur gefährlichen Bedrohung.

Die Sonne hält uns gesund

Unbestritten ist, dass die Sonne zur Verhütung zahlreicher Krankheiten beiträgt und auch als Therapie bei vielen Erkrankungen unverzichtbar ist. Am deutlichsten sehen wir das am Beispiel des Vitamin D. Unser Körper erzeugt diesen lebenswichtigen Stoff nur dann, wenn wir unsere Haut gezielt der Sonnenstrahlung aussetzen. Das hochwirksame Vitamin-D-Hormon kann unsere Zellen vor den schädlichen Anteilen der Sonnenstrahlung schützen und dadurch Zellwucherungen verhindern. Nur wenn wir ausreichend Vitamin D zur Verfügung haben, kann unser Körper auch genügend Mineralien aus der Nahrung aufnehmen und optimal verwerten.

Es gibt fast keinen Bereich in unserem Dasein, auf den die Sonne keinen Einfluss hat. Sie sorgt für den intakten Gewebsstoffwechsel von Knochen, Knorpeln, Muskeln und Nerven genauso wie für ein ausgeglichenes Hormonsystem. Die richtige Dosis Sonnenlicht hält unsere Blutgefäße elastisch und verringert Ablagerungen, die Arteriosklerose, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen können. Und auch die positiven seelischen Effekte sind nicht von der Hand zu weisen.

Durch maßvolles Sonnenbaden halten sich unsere Immunzellen optimal fit für ihre Abwehraufgaben. Sie helfen, die Entstehung vieler Krebsarten – inklusive Hautkrebs – zu verhindern. Die UV-Strahlung als Hauptverursacher von Hautkrebs anzusehen, greift also zu kurz. Zahlreiche Studien zeigen nämlich, dass Melanome bei „Stubenhockern“ doppelt so häufig vorkommen wie bei „Sonnenanbetern“. Abgesehen davon bilden sich diese bösartigen Hauttumore hauptsächlich an Körperstellen, die fast nie der Sonne ausgesetzt sind. Vielmehr scheint ein wirksamer Schutz vor UV-Schäden und Hautkrebs in einer gesunden Ernährung mit Vitaminen und Mineralstoffen zu liegen. Diese positiven Effekte können wir mit natürlichen Mitteln noch zusätzlich verstärken, indem wir jene Stoffe ergänzen, die wir uns allein über die Nahrung nicht zuführen können. Dazu gehören vorrangig natürliche Antioxidantien wie Astaxanthin, die Vitamine C und E sowie einige Vitalpilze oder immunstärkende Pflanzenmischungen.

Richtiges Sonnenbaden

„Die Dosis macht das Gift“, stellte schon Paracelsus fest. Dieser Leitsatz gilt auch für die Zufuhr von Sonnenstrahlung. Ein Zuviel und Zuoft kann schädliche Folgen für unsere Gesundheit haben – ebenso wie das strikte Vermeiden der Sonne.Wenn wir uns ein paar Dinge bewusst machen, gelingt uns ein verantwortungsvoller Mittelweg : Im Frühjahr muss sich unsere Haut erst an die stärker werdende UV-Strahlung gewöhnen, und besonders an windigen oder leicht bedeckten Tagen unterschätzen wir ihre Kraft. In der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr meiden wir auf jeden Fall die Sonne und halten ausgiebig Siesta im Schatten – wie im sonnigen Süden ohnehin üblich. Deshalb sollten im Sommer eine leichte Kopfbedeckung und eine gute Sonnenbrille zu unseren ständigen Begleitern zählen, um sie im Bedarfsfall schnell bei der Hand zu haben. Für besonders empfindliche Hauttypen gibt es spezielle Kleidung mit UV-Filtern. Und wenn wir trotz allem ein Hitzegefühl auf der Haut verspüren oder gar leichte Rötungen der Haut entstanden sind, heißt es: „Raus aus der Sonne!“

Sonnenschutz von Außen

Da es nicht überall schattige Plätzchen gibt und wir bei Badewetter ungern voll bekleidet am Strand liegen, steht uns heute eine Vielzahl an Sonnenschutzmitteln zur Verfügung. Hierbei gilt es zuerst, den eigenen Hauttyp bestimmen zu lassen, denn jeder der sechs Hauttypen hat andere Eigenschutzzeiten, an denen sich dann die geeigneten Schutzmittel orientieren. Am besten geschieht das in der Apotheke – hier können wir auch gleich abklären lassen, ob ein Medikament, das wir einnehmen, die Lichtempfindlichkeit unserer Haut steigert.

Rein nach der Wirkungsweise unterschieden, gibt es zwei Arten von UV-Filtern in Sonnenschutzmitteln: chemische und mineralische. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile . Mittel, die chemische Filter enthalten, sollen rund 30 Minuten vorher aufgetragen werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten. In jedem Fall ist es wichtig, dass wir beim Eincremen an den empfindlichen und stark exponierten Stellen, besonders gründlich sind – also an Stirn, Ohren, Wangen, Nase, Kinn, Schultern und Fußrücken. Für diese sogenannten „Sonnenterrassen“ eignet sich besonders Sonnenschutz in Stickform. Und weil auch der beste Sonnenschutz Schweiß, Sand und Wasser nicht den ganzen Tag über standhalten kann, ist mehrmaliges Nachcremen angesagt, vor allem nach dem Baden.

Hautpflege für danach

Auch die richtige Pflege nach dem Sonnenbaden ist für unsere Haut wichtig – und genauso bedeutend wie die vorbeugende Immunstärkung von innen oder der UV-Schutz während der Sonnenbestrahlung. In erster Linie verlangt unsere Haut die tagsüber verloren gegangene Feuchtigkeit zurück. Wenn sie leicht gereizt ist, freut sie sich über nährende und kühlende Inhaltsstoffe wie Aloe vera. Am besten eignen sich natürliche Pflegemittel ohne Zusatzstoffe.

Im 2. Teil der Serie beschäftigen wir uns mit dem Unterschied zwischen chemischen und mineralischen Lichtschutzmittel und dem richtigen Lichtschutzfaktor.

Eine große Auswahl, vor allem mineralischer Sonnenschutzmittel, bieten wir in unserem Naturkosmetik-Angebot der Apotheke & Cosmothecary Wien und Berlin und in unserem Onlineshop.

Steckbrief Sonne

Die Sonne ist das Zentrum unseres Planetensystems. Ihre Heilkräfte stellen alle bekannten Therapien und Arzneien sprichwörtlich in den Schatten. Sonnenlicht ist lebenswichtig und sorgt für:

  • funktionierendes Immunsystem
  • gesundes Herz & freie Blutgefäße
  • starke Knochen und Muskeln
  • elastische Gelenke & Bandscheiben
  • ausgeglichener Hormonhaushalt
  • lange geistige Leistungsfähigkeit
  • seelisches Gleichgewicht
  • innere Antriebskraft